Vorwort
Wir haben eine Märklin-Miniclub Spur-Z Modelleisenbahn gebaut. Vom Hersteller wird dieses Produkt nur für den Analogbetrieb angeboten. Das übt natürlich für den Modellbauer gerade einen großen Reiz aus, hier im Eigenbau eine Digitalisierung durchzuführen.
Natürlich sind wir nicht die Ersten und die Einzigen, die das tun, es gibt viele Videos in YouTube, die eine Spur-Z-Digitalisierung zeigen, und auch einige Hersteller sind auf diesem Zug aufgesprungen.
Die Anlage ist erstmal technisch fertiggebaut, zur Steuerung fangen wir mit einer z21-start von Roco/Fleischmann in Kombination mit einer Multimaus an. Jetzt geht es darum das rollende Material kompatibel zu digitalisieren.
Der Schwierigkeitsgrad ist stark von den verwendeten Lokomotiven abhängig. Bei Dampflokomotiven sind oft ein Fräsen des Gehäuses und Lötarbeiten zum Einbau des Decodes notwendig, während Drehgestell-Lokomotiven sehr einfach durch Austausch der Platine digitalisiert werden können.
In diesem Block berichten wir über den einfachsten Weg, nämlich eine Drehgestell-Lok mit einer digitalen Platine zu versehen.
Natürlich könnte in dieser Lok auch ein Decoder mittels Lötarbeiten eingebaut werden, das wäre finanziell wesentlich günstiger, aber der Platinentausch mit einem Velmo-Decoder ist einfach, und von jedem Laien in 5-10 Minuten durchzuführen.
Hier zeigen wir euch, wie es geht.
Lok-Digitalisierung
Mittlerweile fahren 8 digitalisierte Loks auf unserer Z-Anlage, in allen ist ein Velmo-Decoder eingebaut. Exemplarisch haben wir hier eine USA-F7 digitalisiert und zeigen auch die 2 möglichen Varianten.

Die auf dem Bild abgebildete Lok mit A- und B-Teil hat gebraucht ihren Weg zu uns gefunden. Die F7 ist am einfachsten zu digitalisieren, hier muß man noch nicht einmal an das Bürstenpaar ran, sondern wirklich nur die Platine tauschen.

Auf dem Bild seht ihr oben die F7 ohne Gehäuse. Auf der rechten Seite ist noch die alte analoge Glühbirne für die Stirnlampen zu sehen. Die wird natürlich ausgebaut, denn die Decoderplatine verfügt über einzeln steuerbare LEDs.
Im unteren Bereich seht ihr den passenden Velmo-Decoder, den wir für diese Lokomotive gekauft haben.
Wenn ihr das Bild entsprechend vergrößert, werdet ihr sehen, dass die Nummer 26306 sowohl auf der Originalplatine, als auch auf der Decoderplatine aufgedruckt ist, ein Indiz, den richtigen, zur Lok passenden Decoder zu haben.
Ebenso ist zu erkennen, dass die Originalplatine nur mit einer Schraube befestigt ist, während auf der Decoderplatine 2 entsprechende Bohrungen vorhanden sind. Keine Sorge, das passt 🙂
Wir stellen in diesem Blog die Digitalisierung einer USA-F7 vor. Der Vollständigkeit halber zeigen wir auch die Variante an einer BR 121 (Artikelnummer 8874/75) bei der noch das Bürstenpaar mit ausgebaut werden muß.
Bei der F7 wird einfach nur eine Schraube gelöst, und die Platine ist an den 4 Stellen, die auf dem Bild mit Pfeilen gekennzeichnet sind, noch geklemmt, und lässt sich mit einen Schraubenzieher vorsichtig heraushebeln.
Bei der BR 121 sind erst die beiden Klammern (siehe Pfeile) zur Seite zu schieben, dann kann das Bürstenpaar mit einer Pinzette entnommen werden. Ansonsten sind hier 2 Schrauben zu lösen, und die Platine ist genau wie bei der F7 an 4 Stellen geklemmt, und wird ebenfalls vorsichtig mit dem Schraubenzieher herausgehebelt.
Weitere Varianten haben wir bisher bei den Drehgestell-Lokomotiven noch nicht gesehen.

Die originale Platine der F7 ist jetzt ausgebaut. Jetzt ist hier noch die kurze Schraube an der Stelle der zweiten Bohrung (siehe Pfeil) zu entfernen, damit die Decoder-Platine eingebaut werden kann. Eine entsprechende längere Schraube liegt dem Velmo-Decoder bei.
Der Decoder bekommt seine Stromversorgung über die beiden sichtbaren Federn. Der Motor wird quasi angeschlossen, indem die in der Lücke des Decoders zu sehenden Kontaktzungen gegen die Beinchen des Entstörkondensators gedrückt werden, und ihn somit mit Strom versorgen.
Um evtl. Kontaktproblemen vorzubeugen, können die Drähte des Kondensator vorsichtig mit einem scharfen Messer freigekratzt werden, und auch je nach Größe und Position des Kondensators können die Federn vorsichtig gebogen werden.
Die beiden Bilder zeigen die eingebauten Decoder in den jeweiligen Lokomotiven.
Bei der F7 erfolgt die Versorgung des Motor über den Entstörkondensator, bei der BR 121 sind, genauso wie bei der Originalplatine, die beiden Kontaktzungen vorhanden, so dass das Bürstenpaar hier wieder mit der Pinzette eingesetzt werden kann. Die Stromversorgung des Motors erfolgt direkt von der Decoderplatine über das Bürstenpaar.

Im letzten Schritt wird das Gehäuse wieder aufgesetzt, und dann kann die Lokomotive auf die Modelleisenbahn. Jetzt muß nur noch die individuelle Lokadresse programmiert werden. Wie das geht, ist abhängig vom verwendeten Digitalsystem, und auch davon, ob ein separates Programmiergleis vorhanden ist, oder ob die Programmierung über die Hauptgleise erfolgt, und somit erst einmal alle anderen Lokomotiven von der Anlage genommen werden müssen.
Wir werden in einen anderen Blog über die Programmierung berichten.












