Endlich konnte der neue Dethleffs Nomad abgeholt werden, und hier steht er nun, zwar gut ausgestattet, aber ohne Batterie, da in dem verfügbaren Modell kein Autark-Paket vorhanden war. Ist der blaue CEE-Stecker mit Landstrom eingesteckt, funktioniert alles. Ebenso ist alles funktionsfähig, wenn der 13-polige Stecker in die Buchse des Zugfahrzeugs eingesteckt ist. Steht der Wohnwagen autark, geht gar nichts, kein Licht, auch kein Kühlschrank im Gasbetrieb, also ohne Strom nichts los, und das wollte ich schnellstens ändern, und zeige euch hier, wie ich es realisiert habe.

Inhaltsverzeichnis

In eigener Sache

Ich muß ausdrücklich erwähnen, daß ich selber kein prof. Schrauber bin, sondern nur einfacher Camper und Hobbybastler, und somit blogge, wie ich es mache, und wie es bei meinem Caravan gut geht. Das kann bei anderen auch gut funktionieren, aber vielleicht auch nicht wirklich. Ich kann also keine Haftung für meine Tipps übernehmen. Wer sicher gehen will, sollte dann doch lieber die Werkstatt beauftragen …

Der Ist-Zustand

Ab Werk ist in unserem Dethleffs als Elektroblock der SMP301-01 von Dometic verbaut. Von der Funktionsweise ist das nichts anderes, als ein Netzteil, das lt. Typenschild den eingespeisten 230V-Landstrom auf 12V Bordspannung bringt, und die max. Leistung von 27A auf 5 einzeln abgesicherte Stromkreise für die Verbraucher verteilt.

Dometic SMP301-01 mit geöffneter Abdeckung

Es gibt hier zwei Besonderheiten. Einmal hat das Gerät einen 12V-Eingang (das ist aber nur ein reiner Eingang, definitiv kommt hier keine Spannung raus, um es als Ladegerät zu verwenden!), und zum Zweiten ist es so gebaut, das es nur bei Landstrom alle 5 Ausgänge versorgt, bei 12V-Versorgung über den als „Batterie“ bezeichneten Eingang liegt nur an den Ausgängen 2 bis 4 Spannung an. Das ist wohl so konzipiert, daß man an den bei 12V-Versorgung toten Ausgängen 1 und 5 z. B. die Vorzeltbeleuchtung anschliessen kann, damit sie beim Fahren nicht versehentlich eingeschaltet werden kann. Bei unserem Caravan waren ab Werk aber alle Verbraucher an den 3 immer stromführenden Eingängen angeschlossen. Ansonsten lässt sich der Ausgang 5 durch Umstecken einer Sicherung und eines Jumpers auch noch für den 12V-Betrieb aktivieren, hier auf unseren Bildern ist das noch nicht passiert.


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Ab Werk ist der 12V-Eingang mit der Dauerplus-Leitung von der Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs verbunden. Dethleffs weist im Handbuch des Wohnwagens extra darauf hin, daß hier nur ein entweder-oder möglich ist, also vor der Einspeisung von 230V über die CEE-Streckdose, ist der Stecker vom Zugfahrzeug zu lösen. Eine Automatik dafür gibt es leider nicht, obwohl sie relativ einfach über ein Relais zu realisieren wäre.

Auf dem nächsten Bild habe ich die Belegung der für den Autark-Umbau relevanten Steckverbindungen beschrieben:

Belegung der Ein- und Ausgänge

Der Umbau

Im ersten Schritt werde ich eine „Light-Version“ des Umbaus machen, sie ist noch nicht sonderlich komfortabel aber ausbaufähig, und danach ist man immerhin schon autark 🙂

Der Kabel von der Anhängerkupplung wird vom Elektroblock abgezogen, verlängert, und an einen Schalter angeschlossen. Der andere Anschluß des Schalters wird dann mit dem Eingang des Elektroblocks verbunden.

Ein zweiter Schalter wird ebenfalls mit dem Eingang des Elektroblocks verbunden, hier führt der zweite Anschluß dann zur Batterie, die ich in einem Batteriekasten im Staufach unter der Sitzbank in Achsnähe verbaut habe. Selbstverständlich ist der Anschluß an der Batterie mit einer 30A Hauptsicherung nochmals abgesichert.

Als Schalter habe ich Sicherungsautomaten für 12V verwendet, eine zusätzliche Absicherung kann nicht schaden. Ansonsten wird der Massekabel von der Batterie noch auf einen freien Masseanschluß des Elektroblocks gesteckt.

Schalter zur Auswahl der 12V-Quelle

Ist Landstom vorhanden, sollten beide Schalter aus sein. Ansonsten kann jetzt gewählt werden, ob der Wohnwagen über die Anhängerkupplung oder über Batterie mit 12V versorgt wird, und bei Batteriebetrieb sind wir schon mal autark 🙂

Batterie / Batteriekasten unter der Sitzbank

Die Batterie wird z. Zt. noch mit einem mobilen Ladegerät geladen. Ebenso ist bei dieser Konstruktion darauf zu achten, daß nicht Batterie und AHK gleichzeitig eingeschaltet sind, hier könnten größere Ladeströme fließen und die Sicherungen, sowohl im Caravan als auch im Auto könnten fliegen.

Ausblick

Das war die Beschreibung der Light-Version um erst einmal einen autarken Caravan zu haben, auch wenn die Betriebsarten manuell geschaltet werden müssen. Folgende Erweiterungen sind geplant, und werden nach Ausführung in separaten Beiträgen beschrieben:

  • Einbau eines DC/DC-Lader (auch B2B-Lader genannt), danach können KFZ und Batterie gleichzeitig geschaltet werden, und die Wohnwagen-Batterie wird während der Fahrt geladen.
  • Einbau einer fest verbauten Ladegerät-Inverter-Kombination. Dann gibt es immer 230V im Wohnwagen, auch ohne Landstrom
  • Einbau einer Relaissteuerung, die bei Landstrom den 12V-Eingang des Elektroblocks abschaltet, dann ist kein manuelles Eingreifen mehr nötig 🙂
  • Solarpanel und Laderegler

Ansonsten: Nutzt bei Fragen einfach die Kommentarfunktion …

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