Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Immer diese Abkürzungen, was ist den nun Al-Ko und was in aller Welt ist ATC? Al-Ko ist ein Hersteller von Chassis, Achsen und Komponenten, unter anderem von Chassis für Wohnwagen, die von vielen namenhaften und bekannten Herstellern verbaut werden. Die Abkürzung ATC steht für Al-Ko-Trailer-Control und ist sowas, wie ein ESP bei Autos, nur hier eben für Anhänger.

Beschreibung des ATC

Vereinfacht dargestellt: Beim ATC messen Sensoren, wenn z.B. der Anhänger Pendelbewegungen macht, und das ATC bremst dann die Räder einzeln wieder ab, um die Stabilität im Gespann wieder herzustellen.
Das ATC arbeitet elektrisch, somit ist für die Funktionalität nur verfügbar, wenn die Steckdose der Anhängerkupplung auch Dauerplus liefert.

Für die Bremsung des Anhängers benötigen die Stellmotoren der ATC auch eine ausreichende Stromstärke. Deshalb ist das ATC so geschaltet, dass es die Leitung zum Wohnwagen, die z.B. für den Kühlschrank oder zur Versorgung anderer Verbraucher während der Fahrt, unterbrechen kann, um den Strom bevorzugt zu verwenden. Das ist notwendig, weil die Dauerplus-Leitung der gängigen Anhängerkupplungen meistens kaum mehr als mit 15 Ampere belastbar sind.

Normale Funktionalität

Die passende Beschaltung des Zugfahrzeugs vorausgesetzt, passiert beim Einstecken des Kabels folgendes: Man hört bei der Initialisierung des ATC an beiden Rädern das Geräusch eines Stellmotors, und dann gibt es grünes Licht.

Al-Ko ATC betriebsbereit

Das ist der Normalzustand, wenn alles funktioniert, und eigentlich merkt man dann gar nichts mehr. Ich habe mal ein leichtes Schlingern des Wohnwagens provoziert, und die ATC bremst so sanft ab, dass man es kaum zur Kenntnis nimmt. Wie das System im „Worst-Case“ funktioniert, habe ich zum Glück bisher noch nicht erleben müssen 🙂

Störungen

Unser Wohnwagen ist von 2022, und trotz des geringen Alters von knapp 2 Jahren, gab es auch schon mal Störungen mit dem Anhänger-ESP.

Störung bei der Al-Ko ATC

Wenn das Licht dauerhaft rot leuchtet, besagt das, die ATC ist außer Funktion, man kann aber weiterfahren. Es ist dann halt nur so, als hätte man keine ATC.
Ein rotes Blinken der Leuchtdiode signalisiert ein Problem des ATC, wenn die Bremsen angezogen sind. Hierbei sollte man nicht weiterfahren, um die Bremsanlage des Anhängers nicht zu beschädigen.

Das rote Dauerlicht konnte ich leider schon mehrfach beobachten, es war aber bisher immer ohne einen Werkstattbesuch abzustellen. Rotes Blinklicht habe ich zum Glück noch nicht erlebt.

Lösungsansätze

Alles, was wir hier schreiben, findet ihr auch in anderen Foren, teilweise in den Handbüchern, oder auf Webseiten. Wir hatten nur leider die Situation, das wir das rote Licht nicht wegbekommen haben, als wir früh morgens eine knapp 1000 km Etappe Richtung Kroatien starten wollten. Das Handbuch ist dürftig, und wir sind verspätet losgekommen, weil erst noch gegoogelt und gesurft werden musste. Deshalb haben wir auch beschlossen, diesen Blog zu schreiben.

Die einfachste Lösung

Oft reicht es einfach schon, den Stecker an der Anhängerkupplung zu ziehen, langsam bis 3 zählen, und ihn dann wieder einzustecken. Manchmal kommt sofort das grüne Licht, und die vertrauten Geräusche der Initialisierung, manchmal auch erst beim 3. Versuch …

Kontaktprobleme

Der Stecker des Wohnwagens und auch die Kupplung am Zugfahrzeug sind Wind und Wetter ausgesetzt. Das führt leider dazu, dass die Kontakte korrodieren, und keinen richtigen Stromfluss zulassen. Ein bisschen Kontaktspray wirkt hier manchmal Wunder, und kann das Problem beheben.

Mechanische Probleme

Als das Problem mal mit Kontaktspray und Co. nicht zu beheben war, habe ich den Stecker des Anhängers geöffnet, und festgestellt, das sich durch die Vibrationen die Klemmschrauben der Kabelbefestigung gelockert hatten. Auch hier hat etwas Kontaktspray und das Nachziehen der Schrauben zum Erfolg geführt.

Bei einem Kollegen gab es wohl mal mechanische Probleme an der Bremsanlage. 4-5 Mal die Handbremse gelöst und wieder festgezogen, einmal den Stecker abgesteckt, und wieder eingesteckt, und schon leuchtete wieder grünes Licht.

Der Fehlerspeicher

Irgendwann hat alles nicht mehr geholfen, die Al-Ko-ATC war ausser Betrieb und signalisierte nur noch rotes Dauerlicht.
In einem englischsprachigen Forum habe ich dann den ultimativen Tipp gefunden: 12 Stunden Dauerplus anlegen, und das System macht dadurch einen Reset, bzw soll den Fehlerspeicher leeren. Ich wollte die Batterie des Zugfahrzeugs hier nicht belasten, und habe mir eine 13-polige AHK-Steckdose besorgt, und mit Hilfe eines Netzteils hier die Dauerplus und die Masseleitungen beschaltet: Nachmittags den Wohnwagen bei rotem Licht verlassen, am anderen Morgen gab es grünes Licht, und bei erneuten Stecken der Stromversorgung am Zugfahrzeug, waren wieder die gewohnten Initialisierungs-Geräusche zu hören.
Im Nachhinein habe ich bei Recherchen noch gelesen, dass die Stromaufnahme so gering sein soll, das meine Aktion mit dem Netzteil gar nicht notwendig war, aber egal, sicher ist sicher 🙂
Also alles gut, aber nicht gut, das der Hersteller das System außer Betrieb setzt, weil der Fehlerspeicher voll ist, und keine andere Möglichkeit anbietet, diesen mal eben zu leeren, denn auf der Urlaubsfahrt hat man nun mal nicht unbedingt 12 Stunden Zeit.

Fazit

Bevor es dann doch in die Werkstatt geht, und die Fahrt in den wohlverdienten Urlaub gefährdet ist, können viele Sachen ausprobiert werden, die ggf. das Problem lösen können, denn mit grünem Licht reist man sicherer und hat auf der Fahrt ein viel besseres Gefühl.
Ansonsten habe ich mir jetzt angewöhnt, bei jedem längeren Abstellen die Schutzhaube über die Deichsel zu ziehen, kann zumindest nicht schaden 🙂

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