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Die Handweiche

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um eine Weiche auf der Modelleisenbahn, die sich nur manuell an der Weiche selbst umschalten lässt. Eine Fernsteuerung ist nicht möglich.

Für alle gängigen Gleissysteme werden Weichen sowohl elektrisch steuerbar, als auch als Handweiche angeboten. Das ist völlig unabhängig vom Hersteller und auch von der Spurweite. Bei manchen Herstellern sind Weiche und Antrieb separat erhältlich, das hat den Vorteil, dass man eine Handweiche jederzeit auf eine elektrische Steuerung umrüsten kann. Andere Hersteller bieten die Weichen nur in der jeweiligen Ausführung an, und die Entscheidung muß schon beim Kauf getroffen werden.

Es geht hier nicht um Gleissysteme oder um Spurweiten, sondern um den Sinn und Zweck dieser manuellen Ausführung und natürlich um die praktische Anwendung.

Handweiche (neuere Bauart mit Kuststoffhebel)

Die Bilder in diesem Beitrag zeigen Weichen aus der M-Gleis-Serie von Märklin im Maßstab H0. Diese Weichen lassen sich ohne weiteres nicht mehr mit einem elektromagnetischen Antrieb nachrüsten, also warum nicht direkt etwas mehr investieren, und gleich elektrische Weichen kaufen ? So groß ist der Preisunterschied ja auch nicht …

Die praktische Anwendung von Handweichen

Schattenbahnhof auf einer verdeckten Ebene

Dieses Bild zeigt eine kleine Kehrschleife auf einer nicht sichtbaren Ebene der Modelleisenbahn, also quasi einen kleinen Schattenbahnhof mit 3 Gleisen. 2 Gleise sind immer durch Züge belegt, der einfahrende Zug fährt auf dem freien Gleis ein, und gibt einem anderen Zug die Ausfahrt frei.

Da die Anlage noch dem Prinzip des deutschen Rechtsverkehrs gebaut ist, fahren die Züge, wie durch die Pfeile gekennzeichnet, auf dem unteren Gleis ein, und auf dem oberen Gleis aus. Hierbei ist es völlig egal, auf welcher Position die Weichen 1, 2, 3 und 4 stehen, da in der festgelegten Fahrtrichtung keine Abzweigung vorgesehen ist.

Nehmen wir einmal das Szenario an, auf den oberen Ebenen wurde ein Fehler gemacht, und der Zug fährt auf dem falschen Gleis, also entgegen der geplanten Fahrtrichtung in den Schattenbahnhof ein. Jetzt ist es essentiell wichtig, dass die Weichen 1, 2 und 3 auf Geradeausfahrt stehen, und der Zug über die Weiche 4 wieder in die richtige Fahrtrichtung gelangt. Würde er abbiegen, käme es unausweichlich zu einem frontalen Zusammenstoß.

Bei nächsten Szenario nahmen wir, aus Versehen wurde die Fahrtrichtung eines Zuges im Schattenbahnhof geändert, und der Zug fährt rückwärts aus. Hier ist es wichtig, dass die Weiche 4 auf Abbiegen gestellt ist, denn so wird der rückwärtsfahrende Zug auf das entsprechende Gleis gelenkt, und Unfälle werden vermieden, weil die Fahrtrichtung eingehalten wird, obwohl der Zug rückwärts fährt.

Für beide Szenarien brauchen die Weichen nie umgestellt werden, und bei nicht einsehbaren Ebenen, sollte das auch nicht versehentlich durch flinke Finger am Stellpult passieren, deshalb sind Handweichen für diesen Zweck einfach die beste Wahl.

Ausführungen beim Märklin M-Gleis

Handweiche „alte Bauart“
Handweiche „neue Bauart“

Beim M-Gleis haben älteren Weichen (ca. vor 1980) noch einen stabilen Metallhebel, bei den späteren Ausführungen wurde leider gespart, und nur ein filigraner Kunststoffhebel verbaut, der leicht abbricht. Da das M-Gleis ohnehin nur noch gebraucht erhältlich ist, sollte man beim Kauf darauf achten, die ältere Bauart zu bekommen.

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