Ein oder mehrere Hochbeete sind eine Bereicherung für jeden Garten. Hier gärtnert es sich in bequemer Höhe, und gerade wenn Pflanzen selber aus Samen gezüchtet werden, oder sehr kleine Stecklinge eingesetzt werden, sind die Pflanzen im Hochbeet auch vor Beschädigungen von Mensch und Tier geschützt.

Hochbeete lassen sich in allen möglichen Formen als Bausatz oder als Fertigprodukt kaufen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick lassen sie sich aber auch zum 1/2 Preis eines Bausatzes selber bauen, und genau das möchten wir euch in diesem Blog vorstellen.

Werkzeug und Material

Unser selbstgebautes Hochbeet hat die Maße 180 cm x 60 cm und ist ca. 50 cm hoch. Für diesen Hochbeetbau haben wir folgendes Material verwendet:

  • 10 Bretter Douglasienholz mit einer Länge von 2,4 m, eine Breite von 12,5 cm und einer Dicke von 2 cm
  • 1 Zaunpfahl 7 cm x 7 cm mit einer Länge von ca. 2 m
  • 2 Holzlatten 48 mm x 24 mm mit eine Länge von ca. 2 m
  • ca. 75 Schrauben mit 4-5 mm Dicke und ca. 40-50 mm Länge
  • Folie / Plane um das Holz von innen vor der Feuchtigkeit der Erde zu schützen
Holz
Ein Teil des Werkzeuges

Beim Material habe ich bewusst nur ungefähre Angaben gewählt, ob das Hochbeet jetzt 10 cm schmaler oder breiter ausfällt, war mir im Prinzip egal. Ich habe das Material gekauft, das gerade im Angebot war, und das Hochbeet so geplant, daß möglichst wenig Verschnitt entsteht 🙂

Als Werkzeug wird eine Bohrmaschine mit einem 5 mm Holzbohrer und ein Bohrschrauber mit dem passenden Bit für die gewählten Schrauben benötigt. Hierbei kann es sich natürlich auch um ein einzelnes Gerät handeln, auch wenn man dann immer wieder zwischen Bohrer und Bit wechseln muß.

Den Zaunpfahl habe ich mit einem Hand-Fuchsschwanz gesägt, die Latten und die Gehrungsschnitte mit einer Stichsäge.

Weiterhin werden zum Anzeichnen ein Zollstock, ein Winkel und ein Geodreieck samt Bleistift benötigt.

Die Folie (ich hatte noch einen Rest Teichfolie vom Teichbau) habe ich mit einem Elektro-Tacker befestigt.

Materialvorbereitung

Für den Korpus des Hochbeets habe ich eine Höhe von 4 Douglasienbretter vorgesehen, hierfür werden 8 Bretter mit einer Länge von 2,4 m benötigt, von deren Länge ich mit der Sticksäge 60 cm abgesägt habe. Somit habe ich dann 8 Bretter von 60 cm für die schmalen Seiten und 8 Bretter mit 180 cm Länge für die langen Seiten.

Der Zaunpfahl wird in 4 gleiche Teile von 50 cm Länge zersägt.

Die 2 restlichen Bretter für die Abdeckung werden jetzt noch nicht verarbeitet, sondern angepasst, wenn der Rest zusammengebaut ist.


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Der Zusammenbau des Kastens

Als erstes werden die beiden langen Seitenteile montiert. Hier werden jeweils 4 Bretter von 180 cm Länge bündig auf die zugesägten Zaunpfähle montiert.

Vorbohren
Verschrauben

Die Zaunpfähle haben die Abmessung von 7 cm x 7 cm, also werden in jedes Brett in einem Abstand von 3,5 cm vom Rand 2 Löcher gebohrt. Dieses Vorbohren ist wichtig, macht man es nicht, wird das Brett mit hoher Wahrscheinlichkeit hier durch die Schraube auseinanderreißen. Ich habe ca. 3 cm tief gebohrt, also das Brett komplett durchgebohrt, und noch ca. 1 cm in den Zaunpfahl, damit die Position fixiert ist. Bei der Verwendung von 50 mm langen Schrauben sind also noch 20 mm im Holz vorhanden, und eine gute Festigkeit für die Schraube zu gewährleisten.

Dann werden die Bretter auf die Zaunpfähle aufgeschraubt.

Seitenteil 1 ist montiert
Die langen Seitenteile

Im nächsten Schritt werden die kurzen Bretter ebenfalls 3,5 cm vom Rand vorgebohrt, und dann auf die beiden langen Seitenteile aufgeschraubt.

Montage der kurzen Seiten
Montage der kurzen Seiten

Bei der Montage der kurzen Bretter empfiehlt es sich, erst das untere und das obere Brett auf jeder Seite mit nur einer Schraube zu fixieren, um den Körper ausrichten zu können, und erst dann die restlichen Bretter und Schrauben einzusetzen. Diese Montage sollte auf einer möglichst ebenen Fläche stattfinden, und hierbei ist auch auf jeden Fall eine „dritte Hand“ sehr hilfreich. Ist gerade keine weitere Person verfügbar, können die langen Seitenteile auch mit Steinen, oder ähnlichem abgestützt und ausgerichtet werden. So habe ich es gemacht.


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Zuschnitt und Montage der Abdeckung

Im nächsten Schritt müssen die restlichen beiden Bretter für die Abdeckung zugesägt und montiert werden.

Schnitte im 45-Grad-Winkel
Abdeckrahmen

Mit einem Geodreieck oder mit einem Winkelmesser wird am Ende eines Brettes ein 45-Grad-Winkel angezeichnet und abgesägt. Dann wird das Brett so aufgelegt, daß der schräge Bereich genau mit der Außenkante des Rahmens und der inneren Kante des Zaunpfahls in einer Flucht liegt. Die lange Seite des Abdeckrahmens ist immer außen !

So hangelt man sich dann von Ecke zu Ecke, bis alle 4 Abdeckbretter fertig zugeschnitten sind.

Der letzte Gehrungsschnitt
Die Holzarbeiten sind erledigt 🙂

Der Rahmen wird dann auf den Korpus verschraubt. Auch hier bitte das Vorbohren nicht vergessen, und zur Sicherheit 2 mal Nachmessen, damit die Schrauben auch die Bretter treffen.

Sind die Holzarbeiten dann fertig, wird das Hochbeet dann für Anstrich auf Latten gestellt, damit man gut überall rankommt.

Anstrich und Imprägnierung

Wer bereits imprägniertes Holz verwendet, muß nicht unbedingt streichen. Ein erneuter Anstrich bietet aber zusätzlich Schutz und erhöht die Lebensdauer des Hochbeets. Auch einen fertig gekauften Hochbeetbausatz würde ich jetzt noch mit Holzschutzlasur behandeln.

Vorbereitung zum Anstrich

Das Hochbeet wird von innen und von außen 2 x gestrichen. Besonders wichtig ist die untere Kante der Bretter, sowie auf jeder Seite das untere Brett, weil hier doch viel mehr Berührung mit Feuchtigkeit aus dem Erdreich zu erwarten ist.

Wie immer ist die Optik und somit die Auswahl der Farbe reine Geschmackssache 🙂

Auskleiden und Aufstellen

Wir sind jetzt 2 Tage weiter, da die 2 Anstriche auch jeweils einen Tag trocknen mussten.

Zuschnitt der Folie
Folie befestigen

Die komplette Innenseite des Hochbeets muß jetzt mit Folie geschützt werden, damit die Feuchtigkeit des Erdreiches nicht in das Holz eindringt. Hierfür benötige ich einen 50 cm breiten Folienstreifen mit einer Länge von ca. 4,8 m, es können natürlich auch mehrere Teile sein, dann etwas mehr, weil sie überlappen sollten.

Für mein Hochbeet habe ich Reste von Teichfolie zugeschnitten, und mit einem Elektro-Tacker am Holz befestigt. Es kann natürlich jede Art von Folie oder Plane verwendet werden, sie sollte nur ausreichend stabil und wasserdicht sein.

Hochbeet mit Folie und Latten
Hochbeet aufgestellt

Da die Tacker-Klammern mit der Zeit rosten, habe ich jetzt an allen 4 Seiten noch eine Dachlatte über die Folie geschraubt, so daß sie oben auch dauerhaft fixiert ist. Als netter Nebeneffekt wird dadurch noch der Abdeckrahmen stabilisiert, falls er mal als Sitzplatz verwendet wird. Der untere Bereich wird durch die eingefüllte Erde stabilisiert, selbst wenn sich die Klammern irgendwann mal auflösen.

Um mein Hochbeet bei der Aufstellung auszurichten, habe ich noch einen Sack Estrichbeton verwendet, den ich in Pulverform (nicht angerührt) unter dem Rahmen des Hochbeets ausgelegt habe. Der Beton wird durch die Bodenfeuchtigkeit aushärten, und schützt gleichzeitig noch die Unterkanten der Bretter vor der Feuchtigkeit aus dem Erdreich.

Das fertige Hochbeet mit Erde befüllt

Bevor das neue Hochbeet dann im letzten Schritt mit Erde befüllt wird, wird der Boden noch mit engmaschigem Maschendraht ausgelegt, so daß die erwünschten Regenwürmer durchkommen, sich aber keine Nager von unten durchgraben können.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachbauen. Die Bepflanzung stellen wir euch in einem anderem Beitrag vor.

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